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Lieferung innerhalb einer Stunde: My Taxi und Media Markt /Saturn gehen neue Wege - eine Anmerkung

Wenn man der Internet Welt von heute glaubt, dann werden ab nächsten Monat (Februar 2014) die beiden Elektronik Schwergewichte Media Markt und Saturn die Möglichkeit "bundesweit" anbieten, die Ware "innerhalb einer Stunde" durch angeschlossene Taxi-Unternehmen auszuliefern. Aus Sicht des Kunden eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Lieferangeboten. Der Kunde spart sich den Weg in die Verkaufsflächen, verbunden mit der Gewissheit, dass die Ware "innerhalb einer Stunde" also zumindestens am gleichen Tag bei ihm zu Hause ankommt.

Diese auf den ersten Blick schöne Lösung birgt aus Sicht des Handels einige Risiken und wirft zudem Fragestellungen auf:

  1. Es mag ja so sein, dass zumindest am Anfang die Taxifahrer sich über den Zusatzverdienst freuen, aber die jeweiligen Fahrten müssen zum Einen ersteigert und auf der anderen Seite ausgeführt werden. Ich möchte keine Wette eingehen, was passiert, wenn zuviele Fahrten angeboten werden, aber kein Taxifahrer Zeit oder den Willen hat, diese auszuführen.

  2. Gerade Aktionen in Wurf-Flyern, Zeitungsbeilagen oder ähnlichem wurden häufig quer subventioniert, d. h. der Händler erhoffte sich weitere Spontan-Käufe der Kunden, die aufgrund der Aktion die Verkaufsfläche betraten.  Selbst bei der bisher angebotenen Abholung in der Filiale blieb dieser Vorteil erhalten. Dieser Argumentskette wird bei einer Auslieferung via MyTaxi der Boden entzogen. Der Mediamarkt- und Saturn Filiale vor Ort geht damit definitv Umsatz verloren.

  3. Die Produktpalette bei Elektronik-Produkten fängt zwar klein an, doch sind auch grosse Flachbild-Fernseher und auch weisse Ware wie Waschmaschinen und Kühlschränke im Programm. Doch welcher Taxifahrer ist kräftig genug oder imstande diese Produkte dem Kunden in die Wohnung zu bringen, wo der dann die TAN des Kunden als Ausliefer-Nachweis erhält. Was passiert, wenn sich aufgrund der auszuliefernden Ware kein Taxi-Fahrer (mehr) findet, der die Ware annimmt.

  4. Der Kunde ist, was die Lieferkosten angeht, sehr preis-sensitiv. Wichtiger ist ihm eine pünktliche Lieferung und sei es zwei Tage später, als für eine Lieferung am gleichen Tag deutlich mehr zu zahlen. Hier wird die Zukunft zeigen müssen, was ein solcher Dienst dem Kunden wert ist und ob er somit auch nachgefragt wird.

  5. Für die Mietflächenbesitzer hat das Ganze auch noch einen negativen Beigeschmack. Waren bisher Media Markt und Saturn Frequenzbringer hinsichtlich der Besucher z. B. eines Einkaufszentrums, so wird das in Zukunft wohl eher nachlassen. Fakt ist, dass die Flächeneigentümer an starken Standorten bei den nächsten Verhandlungen mit Mediamarkt und Saturn diese Entwicklung im Hinterkopf haben werden und sich ihre Frequenzahlen genau anschauen, bevor sie sich bei den Mietpreisen so entgegenkommend wie in der Vergangenheit zeigen.....aber da wird dann wohl die Zeche vom Flächenbetreiber Mediamarkt und Saturn bezahlt werden.
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